Vorsorgevollmacht - Betreuungsverein Heidenheim e. V.

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Solange Sie noch geschäftsfähig sind, haben Sie jederzeit die Möglichkeit selbst zu bestimmen, wer Ihre Angelegenheiten regeln soll, falls Sie hierzu gesundheitlich nicht mehr in der Lage sein sollten. Durch eine Vorsorgevollmacht können Sie eine oder mehrere Personen, denen Sie uneingeschränkt vertrauen, mit Ihrer rechtlichen Vertretung beauftragen. Sofern Sie mehrere Personen bevollmächtigen, empfiehlt es sich jedem eine Einzelvollmacht zu erteilen. Bedenken Sie, dass Sie gerade für den Fall der eigenen Hilflosigkeit diese Vorsorgevollmacht erteilen und es Ihnen dann vielleicht nicht möglich ist, die bevollmächtigte Person zu überwachen. Deshalb sollten Sie bei der Auswahl des oder der Bevollmächtigten besonders sorgfältig sein. Es ist auch möglich, eine zweite Person nur mit der Aufgabe zu bevollmächtigen, die Tätigkeiten des Erstbevollmächtigten zu kontrollieren. Falls Sie in einem Heim wohnen, sollten Sie keine Person bevollmächtigen, die dort arbeitet oder in einer anderen engen Beziehung zu dieser Einrichtung steht.


In der Vorsorgevollmacht sollten Sie schriftlich detailliert festlegen, in welchem Rahmen Sie der Bevollmächtigte vertreten darf. Sie können eine umfassende Vorsorgevollmacht erteilen (siehe beiliegendes Muster), welche zur Entscheidung über alle denkbaren Lebensereignisse befugt, oder nur Teilbereiche übertragen, wie beispielsweise die Vertretung in finanziellen Angelegenheiten oder Entscheidungen über ärztliche Behandlungsmaßnahmen. In der Vorsorgevollmacht sollte klar bestimmt sein, dass diese auch über den Tod hinaus gültig ist, damit der Bevollmächtigte so lange handlungsfähig bleibt, bis dieser von den Erben abgelöst wird.

Wir empfehlen Ihnen, Ihre Vorsorgevollmacht vor einem Notar zu erklären und beurkunden zu lassen. Dort erhalten Sie auch eine fachkundige Beratung. Die Höhe der anfallenden Gebühr richtet sich nach Ihren Vermögensverhältnissen. Sie können auch die von Ihnen erstellte Vorsorgevollmacht bei der Betreuungsbehörde des Landratsamtes unterschreiben und dort Ihre Unterschrift gegen eine Gebühr von 10 € beglaubigen lassen. Allerdings gibt es keine Garantie, dass diese beglaubigte Vorsorgevollmacht überall anerkannt wird. Die Banken erkennen in der Regel lediglich Vorsorgevollmachten an, die auf ihren eigenen Vordrucken abgegeben oder notariell beurkundet wurden. Für eine Beglaubigung der Vorsorgevollmacht bei der Betreuungsbehörde sollten Sie zuvor einen Termin vereinbaren.

Die von Ihnen erteilte Vorsorgevollmacht soll erst dann wirksam werden, wenn Sie selbst krankheits- oder behinderungsbedingt Ihre Angelegenheiten nicht mehr regeln können. Sie sollten deshalb dafür sorgen, dass die nur im Original gültige Vollmachtsurkunde auch nur in diesem Fall dem Bevollmächtigten zugeleitet wird. Denn eine sicher aufbewahrte Vorsorgevollmacht schützt vor Missbrauch, eine unauffindbare Vorsorgevollmacht kann nicht wirksam werden. Es besteht auch die Möglichkeit der Hinterlegung bei Vertrauenspersonen (z.B. Rechtsanwalt, Notar). Falls Sie eine Vorsorgevollmacht erteilen, sollten Sie den Bevollmächtigten auch davon in Kenntnis setzen.

Beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer, Postfach 08 01 51 in 10001 Berlin, Internetadresse: www.vorsorgeregister.de, können Sie Ihre Vorsorgevollmacht gegen eine Gebühr (ab 13 €) registrieren lassen
. In einem Betreuerbestellungsverfahren wird vom Betreuungsgericht stets im Vorsorgeregister abgefragt, ob bereits eine Vorsorgevollmacht erteilt wurde.

Der Widerruf einer erteilten Vorsorgevollmacht ist jederzeit möglich, so lange Sie noch geschäftsfähig sind.

Außerhalb der Vorsorgevollmacht können Sie schriftlich festlegen, was von Ihrer Vertrauensperson beachtet werden soll, damit Sie auch im Falle der Hilflosigkeit Ihren persönlichen Lebensstil weitestgehend beibehalten können. Diese Handlungsanweisungen an den Bevollmächtigten können beispielsweise Ihre gewünschte Versorgung im Alter zum Inhalt haben oder Sie können festlegen, wie mit Ihrem Grundbesitz verfahren werden soll. Alle Dinge, die Ihnen persönlich wichtig sind, können vom Bevollmächtigten nur dann umgesetzt werden, wenn er hiervon Kenntnis hat. Beabsichtigen Sie, dem Bevollmächtigten seine Aufwendungen zu ersetzen oder ihn für seine Arbeit zu entlohnen, sollten Sie dies ebenfalls schriftlich festhalten. Solche Regelungen im Innenverhältnis zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem werden als Geschäftsbesorgungsvertrag bezeichnet.

Soll die Vorsorgevollmacht auch zu schwerwiegenden Entscheidungen in den Bereichen der Gesundheit und der persönlichen Bewegungsfreiheit ermächtigen, zum Beispiel bei riskanten Heilbehandlungsmaßnahmen, beim Abbruch von Heilbehandlungsmaßnahmen oder Unterbringungen gegen den Willen des Betroffenen, muss dies in der Vollmachtsurkunde unter Hinweis auf die §§ 1904 und 1906 des Bürgerlichen Gesetzbuches - BGB - aufgeführt sein. Der Bevollmächtigte benötigt für Handlungen in diesem Bereich grundsätzlich die vorherige Genehmigung des Amtsgerichts. Für den Abbruch von Heilbehandlungsmaßnahmen ist jedoch die Genehmigung nur erforderlich, wenn der Arzt eine Weiterbehandlung noch für sinnvoll hält.

Alle anderen Handlungen des Bevollmächtigten unterliegen lediglich Ihrer Kontrolle. Sollten Sie hierzu aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein, kann vom Betreuungsgericht ein Kontrollbetreuer eingesetzt werden, wenn dieses eine Überwachung für erforderlich erachtet.

Falls Sie das in der Anlage beigefügte Muster verwenden, bitten wir folgendes zu beachten: Damit Ihr Wille aus der Vollmachtsurkunde klar zum Ausdruck kommt, empfehlen wir Textformulierungen, die nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, deutlich auszustreichen.

Durch die Erteilung einer umfassenden Vorsorgevollmacht können Sie vermeiden, dass für Sie vom Betreuungsgericht ein Betreuer bestellt werden muss.


 
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